FAK ?

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Impuls zur verstärkten öffentlichen Präsentation lokaler bildender Künstler_innen und Anregung zum Dialog.

Der RAW tempel e.V. und das Ringen um seine langfristige Sicherung stehen seit längerem im öffentlichen Diskurs. Der Verein bietet in Berlin-Friedrichshain direkt an der Warschauer Straße über 60 Kunst- und Kulturschaffenden, Projekten und Initativen bezahlbare Arbeitsräume – und den Bewohner*innen Friedrichshains einen offenen Freiraum und kostengünstige Kulturangebote. Vereinsziel war und bleibt es seit mittlerweile 15 Jahren, durch die kulturelle Arbeit der Nutzer*innen, in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft, ein gemeinsames soziokulturelles Projekt zu schaffen und im Sinne einer „Stadtentwicklung von unten“ aufzubauen und langfristig zu sichern.

Nun befindet sich das gesamte Areal seit 2007 in der Hand privater Insvestor*innen – dem steigenden Verwertungsdruck standzuhalten ist ein schwieriges Unterfangen und erschwert auch die nachhaltige Arbeit in und mit dem Verein. Die aus dieser Unsicherheit wachsende Störung des künstlerischen Schaffens vor Ort sowie das Fehlen geeigneter Ausstellungsflächen führte 2012 zur Bildung des Freien Ausstellungskollektivs FAK.

Der Ortsteil Friedrichshain ist nicht nur verwaltungstechnisch eine Fusion mit Kreuzberg eingegangen, sondern hat sich auch durch den Austausch kreativer Kräfte, Kulturen und Lebensmodelle vom Industriestandort zum bekannten Kunst- und Kreativquartier gewandelt. Kreuzberg, das bereits in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert aufgrund seiner historischen Sonderstellung zu einem bedeutenden Zentrum für die künstlerischen Pioniere des modernen Berlin wurde, verfügt über kulturelle Einrichtungen die über Jahrzehnte gewachsen sind (z.B. ‘Kunstraum Kreuzberg’ / ‘Bethanien’).
Durch junge, experimentierfreudige und aktive Menschen unterschiedlichster Milieus entstand auch in Friedrichshain ein gewaltiges Experimentierfeld mit unzähligen Nischen, aus dem im Laufe der Jahre ein völlig neues soziales Gefüge gewachsen ist. Diese besondere Mischung wird als hohe kulturelle Lebensqualität beworben und trägt in der subjektiven Wahrnehmung von Besucher_innen und Bewohner_innen wesentlich zum besonderen Flair des Ortsteils bei.
Anders als in Kreuzberg, sind in Friedrichshain freie Orte junger künstlerischer Positionen jedoch weniger sichtbar.

Das Freie Ausstellungskollektiv (FAK) will an diesem Punkt eingreifen. Bildende Künstler_innen aus den Ateliers und Werkstätten des RAW-tempel e.V. und befreundeter Projekte haben sich 2012 zusammengeschlossen und das Freie Ausstellungskollektiv gegründet: Lokale Künstler_innen vernetzen sich und treten gebündelt mit ihrer Arbeit im öffentlichen Raum in Erscheinung. Die Gruppe und ihre Aktivitäten soll ein Forum kreativ Schaffender bilden und für neue Impulse zum Erhalt und zur Förderung kultureller und sozialer Freiräume sorgen. Weitere Ziele sind eine verbesserte Kommunikation und Vernetzung sowie die Thematisierung der Produktions- und Arbeitsbedingungen Kunst- und Kulturschaffender in Friedrichshain und Berlin.

Die Gruppenausstellung „I like it RAW“ im Epicentro Artspace war der Auftakt. Sie hat mit großem Erfolg die lebendige Produktion bildender Künste in Friedrichshain mit ihrem vielfältigen Spektrum zahlreichen Besucher_innen zugänglich gemacht. In der Folge sind weitere vielfältige Veranstaltungen in Planung, in deren Rahmen die Auseinandersetzung mit dem Wandel der Lebens-, Wohn- und Kreativräume angeregt werden soll: u.a. Kino, Vorträge, Diskussionen, Poetry und musikalische Projekte . Insbesondere soll so der Öffentlichkeit ein Zugang zum Wirken der im Kiez aktiven Künstler_innen ermöglicht werden.
Dieser Ansatz  zur verstärkten öffentlichen Präsentation lokaler bildender Künstler_innen und der Schulterschluss untereinander sollen in der Folge eine Positionsbestimmung der freien Friedrichshainer Kunst- und Kulturszene anregen und der Kiez seine Wahrnehmung reflektieren: Die unterschiedlichen Interessen sollen identifiziert und so besser verstanden werden.